Briefe - kritische Fragen & Feedback

Briefe - FAQ Man braucht nicht viele Worte um die Wahrheit zu sprechen.
(Chief Joseph, Nez Perce)

Ich aber brauch doch einige, um auf solche Fragen zu antworten.

Hier sind kritische Fragen aus Briefen an mich und meine Versuche der Antwort.
Ich danke im Vorraus für jede Frage, die mir geschickt wird! Ich verspreche, mich zu bemühen, ihr gerecht zu werden.

... und Antworten darauf

"Ich habe auf meine erste kritische mail leider keine antwort bekommen (habe ich mir gedacht)..."
Liebe/r ...,
entschuldigen Sie, daß ich Ihre Geduld so beansprucht habe. Zu meinem Weg gelebter Spiritualität gehört auch, daß ich mich für einige Tage zurückziehe, um zu lernen und Zwiesprache zu halten.
"Wahre Weisheit kann man nur weit entfernt von Menschen, draussen in grosser Einsamkeit erlangen und nicht im Spiel sondern nur durch leiden." (Igjugarjuk, Inuk-Schamane)
Dabei haben Sie mich "erwischt". :-) Ich war nicht am Computer, konnte Mails nicht beantworten.

Wieder zurück am Schreibtisch war es auch Zeichen meiner Wertschätzung für Sie und Ihr Thema, daß ich nicht hektisch schreibe. Ich mußte erst nachdenken und die richtigen Worte finden. "Eine Unterhaltung wurde nie plötzlich oder hektisch begonnen. Niemand beeilte sich Fragen zu stellen, egal wie wichtig sie schienen und niemand wurde gezwungen zu antworten. Eine Pause um nachdenken zu können war die höfliche Art, eine Unterhaltung zu beginnen und zu führen." (Luther Standing Bear, Lakota Sioux)
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"Ich habe nur wenig Geld und kann mir Deine Arbeit nicht leisten. Es bleibt mir nur der Alleingang."
Liebe D.
...Ich hätte schnell meine Arbeitserlaubnis bei den Spirits verloren, wenn ich jemanden nicht helfen würde, weil er nicht hunderte von Euros für mich übrig hat. Deshalb gilt bei meiner Arbeit auch meine Spielregeln zum Geben & Nehmen, wie ich sie gelernt habe.
Da ich weiß, dass eine Gegenleistung aber wichtig ist, damit der Mensch, dem ich helfe frei und "unschuldig" ist, muss und darf er mir eine Gegenleistung geben.
Niemand ist alleine! Mitakuje ojasin - wir sind alle miteinander verwandt. Wenn Du meine Hilfe möchtest, kannst Du sie Dir holen.

Mitakuje ojasin.
Cathérine
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"Kann ich eine Rückführung auch alleine machen? Ich habe gesehen, dass es einige Bücher gibt, könnte ich es evtl. damit erlernen?
Und wenn nicht, kannst du eine Rückführung auch aus der Ferne machen und wie teuer würde es kommen?"
Liebe D.
Ich kann nur mit meiner Erfahrung sprechen: Die Schamanische Reise kann man nicht durch Bücher lernen. Bücher können Beschreibungen bieten.
Bei der schamanischen Trance es wichtig, dass man am Beginn behütet wird. Ich habe in den letzten Monaten Menschen in Behandlung gehabt, die sich das Reisen über Bücher selber beibringen wollten. Deshalb fühle ich mich getrieben, Dich explizit vor solchen "Experimenten" zu warnen.
Es gelang diesen Menschen, in Trance zu geraten. Danach aber fühlte sich ein Mensch unvollständig, ein Anderer war seitdem wie frisch aufgeweckt: neben sich stehend und kam nicht mehr im Alltag an. Ein weiterer hörte Stimmen... Das kann passieren, wenn bei der Reise "Unfälle" geschehen: Unsere Konzentration hüpft herum wie ein Affe - auch beim Versuch der Reise, man ist nicht voll bei der Sache. Diese wird vermieden, wenn man von einem erfahrenen Reisenden behütet wird.
Es gilt zu beachten: die Anderswelt ist real!! Es ist keine Phantasiewelt. Unerfahrene Menschen können sich dort verirren. Auch hier werden die Menschen dann krank. Anstatt Seelenanteile zurück zu holen, verlieren sie bei diesen Experimenten welche!!

Verlorengegangene Seelenanteile kommen manchmal tatsächlich spontan zurück! Du hast das sicher auch schon erlebt. Nach einer zerbrochenen Liebesbeziehung hat man zunächst sein herz verloren. Bei manchen Menschen ist dies ein so großer Verlust oder so schwer, dass sie das Herz nicht wieder zurückgewinnen. Sie können sich nicht wieder verlieben. Vielleicht leiden sie sogar am gebrochenen Herzen.
Aber manchmal macht man einen schönen Spaziergang oder wacht man morgens auf und merkt - "hoppla, heute habe ich von ihm geträumt und jetzt ist es alles o.k. wie es ist." Da hat man sein verlorenen Seelenanteil zurückbekommen.
Viele Seelenanteile aber sind so versteckt oder wissen gar nicht, dass sie verloren gingen. Ohne Hilfe finden sie nicht mehr zu dem Rest der Seele zurück. Hier bedarf es der Hilfe eines "Anwalts der Seele", eines Seelsorgers. Eines Schamanen eben.
Selber kann noch nicht mal ich mir Seelenanteile zurückholen. Genauso wenig wie ein Zahnarzt sich selber behandeln kann. Ich gehe da zu einem anderen Schamanen und lass mir helfen.

Es gibt Menschen, die können in der Anderswelt ihr Krafttier besuchen und dort Hilfe, Trost und Ratschlag holen. Eine Gute Sache, die ich in meinem Leben nicht missen möchte.
Wenn man aber nicht den Auftrag durch die Spirits bekommen hat, in ihren Diensten so zu sagen steht, dann kann man nicht für andere arbeiten. Denn der Schamane ist nur Mittelsmann in der Anderswelt und hilft bei der Heilung und dem Wachstum aller Seelen, denen er dienen darf.
Ohne die Anweisungen der Spirits wüsste ich nicht, welcher Seelenanteil zu welchem Menschen gehört. Ich habe schon erlebt, dass Seelenanteile ganz anderer Menschen zu einem zurück gebracht wurden. Dass ist dann, als hätte man die falsche Hand angenäht bekommen!
Um das zu vermeiden, reist niemand für sich selber auf die Suche nach verlorenen Seelenanteilen und niemals ohne den Beistand und Auftrag der Spirits.

Um nicht Deine Seele mit anderen zu verwechseln mache ich normaler Weise die 1. Reise niemals ohne die Anwesenheit des Menschen, der mich um die Hilfe bittet. Weitere Begleitung ist dann manchmal durchaus auch aus der Ferne möglich. Dies kostet nichts, es gehört dazu. Aber oft schenken mir die Menschen beim nächsten Treffen etwas, wenn sie es haben. Das ist nur gerecht.
Das Zusammentreffen ist schon alleine meist ein sehr heilsamer Akt: man hat sich bewegt, um sich zu heilen.
Außerdem - wer weiß, was neben der Seelenrückführung noch für Arbeit möglich ist?
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"Arbeitest auch mit krebskranken Menschen oder kannst du vielleicht etwas zur Heilung beitragen können?"
Liebe ...,
Meine Arbeit verstehe ich als Seelen-Begleitung auf dem Weg durch das Leben, durch viele Wachstumsfelder, von einem Anfang zum nächste: von der Geburt bis zum Tod.

Aus Sicht des Schamanen sind alle Krankheiten eine Störung der freien Seele. Wird die Seele geheilt, gesundet sie den Körper.
Ich will es mal so erklären.... In meiner Sicht ist die Seele vergleichbar mit einem Baum. In den Stürmen des Lebens kann es sein, dass der Baum Verletzungen erleidet. Manchmal nur ganz kleine und die kann er selber heilen. Manchmal aber bricht vielleicht ein ganzer Ast ab. So ein abgebrochener Ast ist für einen Baum ein Problem: es ist eine riesige Verletzung, aus der er blutet, in die Krankheiten eindringen können. Sie bedeutet ein Verlust an vielen Blättern, mit denen er "Lebenssaft" herstellen konnte, Talente und Fähigkeiten, die ihm nun fehlen. Außerdem ist er aus seinem Gleichgewicht, nachdem der Ast abgebrochen ist.

So sehe ich das auch mit der Seele, die in den Stürmen des Lebens Verletzungen erleidet, die sie schwächen, ihr Fähigkeiten (zu leben) nehmen, die sie anfällig für weitere Schocks macht. So ein Seelenverlust spüren wir oft sogar! "Du hast mir das Herz geklaut!" ist so eine Aussage dazu. Oder "Ihm wurde die Seele aus dem Leib geprügelt." oder "Ich habe mich zu Tode erschreckt!"
Die Seele macht uns auf den Verlust aufmerksam. Zunächst sind wir vielleicht kränklich oder haben "psychische Problemchen". Irgendwann folgen vielleicht auch körperliche Erkrankungen.

Die Aufgabe des Schamanen ist, Seelenanteile zurückzubringen, damit die Seele und damit der Körper heilen können. Die Effekte auf die Selbstheilungskräfte dabei sind wunderbar. Der Schamane aber ist kein Heiler!
Ausführlich kannst Du hier über die Arbeit des Schamanen hier nachlesen.
Kurz gesagt: ja, ich arbeite auch für krebskranke Menschen & ihre Lieben. Es ist mir eine besonder Ehre & ich schätze die gute, ergänzende Arbeit mit Schul-Medizinern dabei.
Ich wünsche Dir Gesundheit & Freude am Leben.
Cathérine
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"Ich kann Menschen hören, sehen und fühlen, die andere nicht wahrnehmen können. Bin ich etwa jetzt auch eine Schamanin?"
Liebe S.
Ich kenne Dich nicht - darum kann ich dazu nichts spezifisches sagen.

Was macht einen Schamanen aus? (mehr zu was ist ein Schamane)
Zu einem Schamanen gehört u.a. eine gute Konzentration. D.h. er weiß sehr genau, wer wann zu ihm redet und kann dies auch erlauben oder auch mal "abschalten". Dazu gehört ein Bewusstsein für die eigenen Grenzen. Das ist genaugenommen der größte Teil der Ausbildung.

Bis lange Studien das Gegenteil bewiesen haben, wurde lange angenommen, Schamanen seien vielleicht verrückte, vielleicht Psychoten, weil sie ja Stimmen hören.
Stimmenhören oder Sehen ist übrigens mitnichten ein Kriterium für eine Berufung. Es gibt Berufene, die nicht sehen und Sehende, die nicht berufen sind.
Was nicht untersucht ist, ob einige Psychotiker vielleicht besondere ("paranormale") Begabungen haben, die ohne Anleitung und Erziehung dann außer Kontrolle gelangen...
Ich habe in meiner "Praxis" des öfteren für Menschen mit Diagnose "Psychose" arbeiten dürfen, in und mit Unterstützung ihrer Ärzte. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Stimmen und Wesen, die der Klient wahrnahm, für mich nicht zu sehen, zu hören oder zu spüren war. Daraus ergibt sich für mich kein Beweis, dass diese Stimmen nicht von Spirits gewesen wären. Es ist auch kein Beweis, dass die Stimmen in der Tat "nur neuro-biologisch erklärlich" wären.
(Spirits und Biologie schließen sich für mich ja sowieso nicht aus. Manches Spirituelle braucht auch höchst körperliche Ausprägungen - wie beispielsweise das Wunder der Reinkarnation.)
Ich weiß es ganz einfach nicht.

Deine Frage habe ich hiermit natürlich nicht beantwortet... Ich persönlich könnte das wenn überhaupt dann nur mit Dir vis-a-vis.
Ich hoffe, es geht Dir gut - und Du bekommst die Begleiter und Helfer.

Mitakuje ojasin.
Cathérine
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"Es ist traurig zu sehen, daß einige indianische "Spiritual Leader" ihre Kultur verkaufen und sich herumreichen lassen von Seminarplatz zu Seminarplatz gegen guten Umsatz natürlich. Denn so kommt man rum in der Welt.
Hat unsere eigene alte Kultur keine eigenen alten spirituellen Riten und Gebräuche? Warum müssen wir immer von anderen Naturvölkern deren Kultur kopieren/übernehmen und uns zu eigen machen?
Ich wollte mit dieser mail meine kritische Stimme erheben über diesen »indianischen Ausverkauf von Ceremonien und Ritualen«."
Sehr geehrte/r ...,
Ihre Sorge um die indianische Kultur ehrt Sie.
Ich denke, es ist nicht an uns, die Medizinmänner und Medizinfrauen in Frage zu stellen. Uns gar für weiser als sie zu halten! Mein Tunkashila-Lehrer Archie Fire Lame Deer folgte einer Vision nach, als er nach Europa ging, dort Schüler auszubilden. Wer ist berechtigt, eine Vision in Frage zu stellen?
Die Lakota haben eine Vision nie in Frage gestellt. Ich möchte Ihnen versuchen, in meinem Brief die Visionen, denen meine Lehrer und ich folgen, nahe zu bringen.

Friede

Die Lakota bemühen sich um Frieden, damit die Menschen wieder Brüder werden. Dazu gehört auch, die Schulden vergangener Tage anzuerkennen und dann wieder weiter zu leben.
In den 80er Jahren hat das Volk der Lakota jedes Jahr zum Gedächtnis an Wounded Knee einen langen entbehrungsreichen Ritt begangen. Nachdem sie nach 4 Ritten gereinigt waren, wurde im 5.Jahr das RItual des Tränenabwischens zelebriert. Ab nun wollen sie wieder leben, das Lakota Volk und ihre Spiritualität.

Bei diesem wichtigen Trauer- und Versöhnungs-Ritual nahmen auch Buddhisten teil.
Haben die dortigen Lakota damit das Ritual verunreinigt? Oder ist Scanscan (Bewegung) in allem?
Gott hat uns so unterschiedlich gemacht, weil ihm die Individualität gefällt. Meiner spirituellen Erfahrung nach wäre es ein Verbrechen, wenn wir uns dem versperren. Ein jeder spiritueller Weg, insbesondere der naturspirituelle Weg, ist höchst individuell. Das ist seine Natur.

Scharlatane

Ihre Sorge, daß die Spiritualität der Lakota durch die Verbreitung verdünnt wird kann ich verstehen. Ich möchte versuchen, Sie diesbezüglich zu beruhigen, Vertrauen zu geben.
Von meinen Lehrern habe ich gelernt, und das Leben bestätigte dies, daß Menschen, die nicht auf dem Roten Weg wandeln, sondern Medizinmann spielen, keine Fähigkeiten haben, bzw. auch wieder genommen bekommen. Am Anfang maf er noch seine Chance bekommen und es besuchen ihn einige Menschen, aber sie bleiben nicht. Meist ist der "Spuk" nach wenig Zeit vorbei.

Wandelbarkeit & Weitergabe - Gesetze des Lebens

Tradition ist nicht das Aufbewahren von Asche, sondern das Weiterreichen von Streichhölzern!
Die Rituale waren immer in Bewegung (scanscan). Es wird von den Lakota sogar für wichtig gehalten, sich dieser Wandelbarkeit der Rituale zu erinnern!
Die Lakota-Mythologie erzählt, wie das Inipi zunächst durch Inijan-Hokshi gegründet wurde, wie aber viele Generationen später das Ritual verfeinert und ausgeweitet wurde durch den Unterricht der Fremden, Pte San Win.
Auch wurde dieses Ritual von einem Stamm an den nächsten weitergegeben und verbreitete sich rasch über fast ganz Nordamerika.
Übrigens haben auch die Germanen und die Kelten rituelle Schwitzhütten gekannt. Übriggeblieben, profanisiert und rezent durchgeführt wird sie beispielsweise von den Skandinaviern in ihrer Sauna-Kultur.

Erhalt - für das Leben oder das Museum?

Wie müssen bei der Sorge um "Traditionen" aufpassen!
Einerseits dürfen sie natürlich nicht veralbert werden, da haben Sie ganz recht. Andererseits besteht die Gefahr, wenn zu wenige sie feiern, daß sie nur konserviert, nicht aber am Leben gehalten werden. Es war der bewegte Umgang dieser Rituale von vielen Menschen immer nötig. "Neue" Ideen (wie das Inipi, das von anderen Stämmen kam) wurden angesehen und geprüft, darauf angenommen oder verworfen.
Die Sioux haben sogar einen speziellen Medizinmenschen, den Heyoka, den Heiligen Clown, der darauf achtet, daß Rituale nicht vor lauter Tradition sinnentleert wurden.
"Es gibt kein Besser oder Schlechter, nur Unterschiede. Dies müssen respektiert werden, egal ob es sich um die Hautfarbe, die Lebensweise oder eine Idee handelt." (Kote Kotah, Chumash)
Wollen wir die Indianer auf Karl May Art verherrlichen; wollen wir Ihre Kultur ins Museum bringen; wollen wir die indianerblütigen Amerikaner in die Zeit vor 300Jahren schicken - das kann nicht richtig sein.
Diese Gedanken und die des "Bösen Europäers" bringen alle Menschen weder weiter noch zusammen. Sie sind eher gefährlich rassistisch!
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Das Zusammenkommen, der Austausch des Wissen ist der einzige Weg zum Frieden.
Es bedarf des gegenseitigen Verständnis.
Dies sind Visionen der Spirituellen Leaders, die auszogen, ihr Wissen weiterzugeben, sei es der Dalai Lama, Sami-Schamanen, afrikanische oder asiatische Medizinmenschen oder eben die Indianer.
Sie versuchen ihren Teil zum Heil der Menschen und damit Heil der Welt und Frieden beizutragen. Der Frieden fängt im eigenen Inneren statt. Erst wenn wir ihn dort haben, kann er auch in die Welt getragen werden. Das ist die Aufgabe der Seelenarbeit.

Der gegenseitige WISSENS-AUSTAUSCH hat auch viele andere Aspekte und FOLGEN.
  • Sami-Tradition war kaum noch übrig und wäre fast ausgestorben, wenn weise indianische Medizinmenschen nicht den jungen Sami einen Weg in ihre Spiritualität gezeigt hätten, damit sie ihre Kultur retten können. (-> Ailo Gaup)
  • Ähnlich, wenn auch spät verhält es sich mit der keltischen spirituellen Tradition. Sie war nach Römern und Völkerwanderung verwischt. Wir bedürfen der Hilfe der Leute, die Ihre Spiritualität noch lebendig hatten, um an unsere eigenen Wurzeln zu kommen.
    Ich sehe mich weder als Indianerin noch als indianische Medizinfrau. Ich habe ihre spirituelle Sprache gelernt, nutze aber neben vielem auch meine keltischen Wurzeln.
  • Viele Menschen haben keine Naturverbundenheit mehr, geschweige denn Naturspiritualität. Eine meine Aufgaben ist es, Kinder dieser "Mutter" wieder nahe zu bringen. Getreu den Lehren von Luther Standing Bear:

  • "Die alten Dakota waren weise. Sie wußten, daß das Herz eines Menschen, der sich der Natur entfremdet, hart wird. Sie wußten daß mangelnde Ehrfurcht vor allem Lebendigen und allem, was da wächst, bald auch die Ehrfurcht vor dem Manschen absterben läßt. Deshalb war der Einfluß der Natur, die jungen Menschen feinfühlig zu machte, ein wichtiger Bestandteil ihrer Erziehung."
Ich denke, Sie meinen nicht, daß es für einen Indianer schlecht ist, das (gute) Wissen der Weißen zu nutzen, wie beispielsweise Antibiotika bei TBC, OP-Techniken oder Bücher-Schrift (damit ihr Wissen gespeichert ist, auch wenn mal nicht der Sohn, sondern erst der Enkel sich wieder für seine Kultur interessiert).
Wenn "unsere" Heiltechniken für die Indianer gut sind, warum sollten ihre Heilungstechniken, wie z.B. das Inipi für uns schlecht sein?
Tatsächlich arbeiten ja schon Psychotherapeuten und Ärzte mit modernen "alternativen Heilmethoden" wie Homöopathie, aber auch mit Schamanen und Medizinmenschen zusammen.
Sie als Kennerin der Indianer und Wertschätzerin ihres Wissen werden sich vielleicht auch über diese Anerkennung des indianischen Wissen freuen.

Hast Du selber Fragen, Kritik, Anmerkungen?
Ich danke Dir für Deinen Brief.
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